Was macht ein Klassischer Homöopath?

Von alters her sind im Aufbau eines Menschen verschieden streng hierarchisch geordnete Daseinsebenen bekannt:
Die geistige Ebene
Die emotionale Ebene
Die körperliche Ebene

Diese drei Ebenen sind natürlich miteinander verbunden.Sie befinden sich in ständiger Wechselwirkung miteinander.Hieraus erklärt sich, das nur eine Untersuchung aller 3 Ebenen klären kann, in wieweit ein Mensch gesund ist.

Ein Homöopath benötigt ca. 2 Stunden um den Gesamtzustand des Patienten zu erfassen.
Dies geschieht über eine ausführliche ERSTANAMNESE, in der das Befinden und die Gesundheitsbeschwerden des Patienten schriftlich festgehalten werden. Erst mit diesen Informationen kann eine Analyse mit Verordnung eines homöopathischen Arzneimittels erfolgen.

Der Behandler muss dieses Abwägen gleichzeitiger Symptome auf mehreren Ebenen wiederholt durchführen können. Nur so ist festzustellen, ob die Gesundung des Patienten Fortschritte macht.
Dies geschieht in der FOLGEANAMNESE, welche wiederum ca. 1 Stunde benötigt.

Dies bedeutet, dass ein Klassischer Homöopath während der ERSTANMNESE und der FOLGEANAMNESE stets einen Blick auf den Gesamtzustand des Patienten haben muss. Nur so ist ein guter Behandlungsverlauf garantiert.

 

Was versteht man unter Gesundheit?

„ Gesundheit bedeutet gleich Freiheit“ ( G. Vithoulkas )

  1. Geistige Gesundheit zeichnet sich durch folgendes aus:
    – Klarheit des Ausdrucks
    – Folgerichtigkeit der Gedanken
    – Konstruktiver Gebrauch der geistigen Fähigkeiten
  2. Emotionale Gesundheit bedeutet:
    – Abwesenheit von negativen Gefühlen wie Neid, Eifersucht, Angst, Depression, Hass, Fanatismus…
  3. Körperliche Gesundheit bedeutet:
    – Abwesenheit körperlicher Leiden bzw. Beschwerden

 

Was versteht man unter Lebenskraft?

Der Organismus ist mehr als die Summe seiner einzelnen Teile.
Eine Tatsache, die sich im Augenblick der Geburt und des Todes eindrucksvoll darstellt. Sie führt zu der Annahme, dass es eine ordnende LEBENSKRAFT gibt, die den gesunden wie auch den kranken Organismus auf allen Ebenen belebt, leitet und im Gleichgewicht hält.

Eine spezifische Funktion der LEBENSKRAFT ist der ABWEHRMECHANISMUS. Dieser wirkt auf der geistigen, emotionalen und körperlichen Ebene. Er schützt in optimaler Weise die inneren (geistigen und emotionalen) Bereiche des Menschen. Der ABWEHRMECHANISMUS ist der Teilaspekt der LEBENSKRAFT, der vor allem bei Erkrankungen in Aktion tritt und sichtbar wird.

 

Wer war Samuel Hahnemann?

S.HAHNEMANN lebte in der Zeit 1755 – 1843.
Er ist der Gründer der klassischen Homöopathie.
Er war Arzt, Apotheker und Übersetzer.

In seiner Tätigkeit als Arzt war er unzufrieden, da die Schulmedizin dem Menschen nicht nachhaltig helfen konnte. Somit gab er in seiner Unzufriedenheit seinen Beruf als Arzt vorerst auf. Er arbeitete an medizinischen Übersetzungen und stieß auf eine, für ihn anzuzweifelnde, medizinische Schrift des Arztes Cullen. Cullen behauptete, der Effekt der Chinarinde bei Wechselfieber liege an ihrer stimulierenden Wirkung auf den Magen. Hahnemann hatte schon von dem Ähnlichkeitsgesetz gehört.
Hatte nicht Hippokrates und auch schon Paracelsus darüber sinniert?

Selbstversuch Hahnemanns:
„Ich nahm des Versuchs halber etliche Tage zweimal täglich jedes mal 4 Quäntchen gute China ein; die Füße, die Fingerspitzen usw. wurden mir erst kalt, ich ward matt und schläfrig, dann fing mir das Herz an zu klopfen an, mein Puls ward hart und geschwind; eine unleidliche Ängstlichkeit, Zittern (aber ohne Schauder), eine Abgeschlagenheit durch alle Glieder; dann Klopfen im Kopfe, Röte der Wangen, Durst , kurz alle mir sonst beim Wechselfieber gewöhnlichen Symptome erschienen nacheinander, doch ohne eigentlichen Fieberschauder. … Dieser Zustand dauerte 2-3 Stunden jedes Mal an und erneuerte sich, wenn ich diese Gabe wiederholte, sonst nicht. Ich hörte auf und war gesund.“ (Hervorhebung durch die Autoren)

Hahnemann arbeitet wieder als Arzt:
Nach diesem Versuch war die Geburtsstunde der Klassischen Homöopathie entstanden.
Hahnemann prüfte weitere Stoffe (Arzneimittelprüfung), notierte sehr akribisch die auftretenden Symptome (Materica Medica) und setzte sie schließlich in der Praxis nach dem Ähnlichkeitsprinzip (Similia similibus currentur) mit Erfolg ein (Klinische Bestätigung).

Was ist das Ähnlichkeitsgesetz?

„Similia Similibus Curentur“ („Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt“)

„Wähle…in jedem Krankheitsfalle eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden für sich (bei einem Gesunden) erregen kann, als sie heilen soll“ (Hahnemann)

Das Ähnlichkeitsgesetz ist die bedeutendste Entdeckung Hahnemanns. Es besagt, dass, wenn die Symptome des Kranken und die Symptome, die ein Stoff in einem gesunden Menschen hervorruft, einander entsprechen, eine Resonanz zwischen Patient und Medikament auftritt.

Das Ähnlichkeitsgesetz ist ein Naturgesetz.
Es lautet: Jede Substanz, die imstande ist, eine Symptomgesamtheit bei einem gesunden Menschen hervorzurufen, vermag sie in einem Kranken zu heilen.

Was ist nun Klassische Homöopathie?

HOMÖOPATHIE aus dem griechischen
homeon = ähnlich
pathos = Leiden

Homöopathie ist eine Therapiemethode, die akute und chronische Krankheiten gemäß den Gesetzen der Natur heilt. Diese Heilmethode beruht auf Prinzipien, die noch älter als Hippokrates sind.
Begründet wurde sie vor 200 Jahren von SAMUEL HAHNEMANN.

 

Die Hauptprinzipien der klassischen Homöopathie sind:
  • das Ähnlichkeitsgesetz
  • die Lebenskraft
  • die Individualisation
  • die Arzneimittelprüfung
  • die Potenzierung
  • die Anwendung von Einzelmitteln in kleinstmöglicher Dosis

Homöopathie erfasst den Menschen in seiner Gesamtheit. Sie sieht den Patienten als ein Individuum, einen Menschen, der aus einer geistigen, emotionalen und körperlichen Ebene besteht. Der Charakter, die Gewohnheiten, die psychischen und körperlichen Symptome sowie bei Familienmitgliedern vorkommende Krankheiten werden präzise festgehalten. Im Vordergrund wird der Mensch behandelt und nicht seine Krankheit. Die homöopathischen Arzneimittel helfen dem Menschen, sein Gleichgewicht wieder zu finden und seine Symptome selber zu vertreiben.

Wer kann alles behandelt werden?
Jeder Mensch, sogar Tiere reagieren positiv auf eine homöopathische Therapie.
Solange keine Zerstörung von Organen besteht, ist meist eine gute Prognose zu beobachten.

Wo sind die Grenzen der klassischen Homöopathie?
Die Grenzen der klassischen Homöopathie, liegen bei zerstörten Organsystemen, welche nicht zu einer Regeneration neigen.Diese können natürlich auch durch eine homöopathische Behandlung nicht wieder hergestellt werden. In solchen Fällen besteht jedoch immer noch die Möglichkeit, das übrige, nicht zerstörte Gesamtsystem in ein Gleichgewicht zu bringen.

 

Literaturempfehlung:

Dr. med. N.Enders / M. Steinbeck / E. Gottsmann: „Homöopathie – eine Einführung in Bildern“, Haugh Verlag

Mohinder Singh Jus: „Die Reise einer Krankheit“, Homöosana Verlag

Georgos Vithoulkas: „Medizin der Zukunft“ Georg Wenderoth , Verlag Kassel

Georgos Vithoulkas: „Die Wissenschaftliche Homöopathie“ , Burgdorf Verlag